Internationale Premiere für Mohamed Laadraoui bei der Freiwasser-JEM
- 28.07.2026, 15:03
- Von: Axel Werkhausen
Mit seinem Start bei den Junioren-Europameisterschaften im Freiwasserschwimmen hat Mohamed Laadraoui den bisher größten Erfolg seiner sportlichen Karriere erlebt. Der 2011 geborene Schwimmer der SSF Bonn trat am 24. Juli 2026 im ungarischen Sukoró über 5 Kilometer an und belegte bei seinem ersten internationalen Meisterschaftseinsatz in 1:00:54,69 Stunden den 20. Platz.
Insgesamt gingen im 5-Kilometer-Rennen 25 Schwimmer der zusammen gewerteten Jahrgänge 2011 und 2012 an den Start. Mohamed gehörte dabei zu den drei deutschen Teilnehmern. Akram Ammar von den Wasserfreunden Spandau erreichte in 58:08,63 Minuten den 6. Platz. Mohamed ließ mit Rang 20 fünf Konkurrenten hinter sich. Moritz Engmann vom SC Chemnitz kam in 1:04:55,40 Stunden auf Platz 25.
Bereits die Nominierung für die Junioren-Europameisterschaften war ein großer Erfolg: Seit mehr als zehn Jahren nahm damit erstmals wieder ein Schwimmer der SSF Bonn an einer Nachwuchs-Europameisterschaft teil. Mohamed hatte sich als einer von drei deutschen Athleten der Jahrgänge 2011 und 2012 für das 5-Kilometer-Rennen empfohlen und durfte in Ungarn die deutsche Nationalmannschaft vertreten.
Junioren-Europameisterschaften am Velencer See
Die Junioren-Europameisterschaften wurden vom 23. bis 26. Juli 2026 am Velencer See ausgetragen. Austragungsort war die 2024 eröffnete Nationale Kajak- und Kanu-Akademie in Sukoró, die unmittelbar am See liegt. Die Anlage bietet neben dem Zugang zur Regattastrecke auch moderne Trainingsmöglichkeiten und ein 50-Meter-Becken.
Auf dem Programm standen Einzelrennen über 5, 7,5 und 10 Kilometer, Ausscheidungsrennen für die Altersklassen 14 bis 16 sowie 17 bis 19 Jahre und gemischte Staffeln über 6 Kilometer. Damit trafen in Sukoró die besten Nachwuchsschwimmerinnen und Nachwuchsschwimmer Europas in verschiedenen Altersklassen und Wettkampfformaten aufeinander.
Das 5-Kilometer-Rennen wurde auf einem rechteckigen, mit Bojen markierten Rundkurs ausgetragen. Mohamed musste drei Runden von jeweils rund 1,66 Kilometern absolvieren. Die Strecke verlief auf der Regattabahn des Velencer Sees, auf der kaum Strömung und unter normalen Bedingungen nur wenig Wellengang herrschen.
Warmes Wasser und schwierige Sichtverhältnisse
Die äußeren Bedingungen stellten die Teilnehmer dennoch vor besondere Herausforderungen. Die Wassertemperatur im Velencer See lag während der Meisterschaften bei mehr als 26 Grad. Zudem war das Wasser durch organische Bestandteile deutlich eingetrübt. Die Sichtweite unter Wasser betrug teilweise nur etwa 30 Zentimeter.
Dadurch wurde insbesondere die Orientierung auf der Strecke erschwert. Die Schwimmer mussten regelmäßig den Kopf anheben, um die nächsten Bojen und die richtige Schwimmrichtung zu erkennen. Dieses sogenannte Sighting kostet zusätzliche Kraft und unterbricht den normalen Schwimmrhythmus.
Am Renntag hatte zudem der Wind gegenüber dem ruhigeren Beginn der Meisterschaften zugenommen. Dadurch wurde das Wasser unruhiger. Neben dem hohen Tempo und den typischen Positionskämpfen im Feld mussten die Teilnehmer deshalb auch mit erschwerten Bedingungen auf der Strecke umgehen.
Hohes Tempo von Beginn an
An der Spitze bestimmte der Ungar Zeteny Sarkany das Rennen. Der Lokalmatador übernahm bereits an der ersten Boje die Führung, baute seinen Vorsprung im weiteren Verlauf aus und gewann schließlich deutlich in 56:37,83 Minuten. Mohamed erreichte das Ziel 4:16,86 Minuten später.
Anders als bei einem Beckenrennen kommt es im Freiwasser nicht allein auf die reine Schwimmgeschwindigkeit an. Die Aktiven müssen sich innerhalb einer großen Gruppe behaupten, mit direktem Körperkontakt umgehen und die Bojen möglichst eng und dennoch regelgerecht umrunden. Auch die Wahl einer günstigen Position im Feld, die Einteilung der Kräfte und die Orientierung auf dem Kurs spielen eine entscheidende Rolle.
Für Mohamed war der Start in Sukoró daher eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen auf höchstem europäischen Nachwuchsniveau zu sammeln. Nach seinem vierten Platz über 1.500 Meter Freistil bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin stellte die Teilnahme an der Freiwasser-JEM den nächsten bedeutenden Schritt in seiner sportlichen Entwicklung dar.
Mit seiner Nominierung, dem Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft und dem erfolgreich beendeten 5-Kilometer-Rennen kann Mohamed auf eine besondere internationale Premiere zurückblicken. Zugleich war sein Start in Ungarn ein bemerkenswerter Erfolg für die Nachwuchsarbeit der SSF Bonn.






















