Jugendprojekt in Bonn Dransdorf

Gruppe junger Männer posiert gemeinsam in einem Raum mit „2Pac“-Plakat im Hintergrund.

Mit einem Fitnessraum in der Lenaustraße 52 fing alles an.

Seit 2005 stellen die Schwimm- und Sportfreunde Bonn 1905 e.V. in der
Lenaustraße in Bonn-Dransdorf Trainingsangebote für Kinder und Jugendliche aus dem Viertel zur Verfügung. Hier leben im Vergleich zu anderen Stadtteilen überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche.

Ziel des Projekts war und ist die Schaffung einer Anlaufstation mit sinnvollen und leicht erreichbaren Freizeitbeschäftigungen für Kinder und Jugendliche. Das Angebot ist für die Teilnehmer kostenlos, wovon besonders die sozial benachteiligten Kinder aus der unmittelbaren Umgebung profitieren. 

Begonnen hat das Projekt mit einem Fitnessraum in der Lenaustraße 52, der zunächst den Jungen des Stadtteils unter fachlicher Anleitung zur Verfügung stand. In 2007 wurde das Angebot dann unter dem Motto „Fitness für Mädchen und junge Frauen“ auch für weibliche Jugendliche geöffnet.
In 2010 stellte die Stadt Bonn uns zusätzlich einen Kellerraum incl. sanitärer Anlagen in der Lenaustraße 7 kostenfrei zur Verfügung, der seit dieser Zeit als Trainingsraum genutzt wird.

Gruppe von Kindern und Jugendlichen beim Training in einer Sporthalle, liegend auf Matten mit einem Trainer in der Mitte.

Der Jugendraum in der Lenaustraße 7

Über mehrere Jahre fanden in beiden Räumen regelmäßig Sportangebote statt, bis wir in 2016 den Fitnessraum in der Lenaustraße 7 aufgegeben haben, da das Gerätetraining nicht mehr ausreichend nachgefragt wurde und auch kein Übungsleiter mehr gefunden werden konnte.
Weiter ausgebaut wurden dagegen die Angebote in der Lenaustraße 7. 

Die meisten TeilnehmerInnen stammen aus Bonn-Dransdorf, gefolgt von den angrenzenden Stadtteilen Tannenbusch und Endenich sowie Duisdorf und Auerberg. Es sind vor allem die ehemaligen Dransdorfer, die trotz ihres Umzugs in benachbarte Stadtteile dem Training in der Lenaustraße treu geblieben sind.

Bei den Mädchen haben nahezu alle Teilnehmerinnen einen Migrationshintergrund und stammen zumeist aus muslimisch geprägten Kulturkreisen. Für sie ist es daher besonders wichtig, dass sie in einer rein weiblichen Gruppe unter Ausschluss von Männern in einem geschützten Raum trainieren können.

Gruppentraining im Boxen mit Jugendlichen, die Boxhandschuhe tragen, in einem Trainingsraum mit Boxsäcken.

Kickboxen

Angeboten werden Kurse für Kickboxen sowie für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung. Die Trainingseinheiten sind hauptsächlich sportlich ausgerichtet. Sie vermitteln gewaltpräventive Strategien und bieten den beteiligten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Frust und Aggression in einem nach sportlichen Regeln, festgelegten Rahmen auszuleben. Durch das gemeinsame Training wird den Übungsleitern und der sozialpädagogischen Betreuerin die Möglichkeit gegeben, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen und mit ihnen auch andere Alltagsthemen zu besprechen. Bei den Gesprächen geht es vor allem um die Rolle der Bewegung, gesunde Ernährung sowie unkontrollierten Medienkonsum. Auch das gemeinsame Aufräumen und Reinigen des Trainingsraums und der sanitären Anlagen soll das soziale Miteinander unter den Teilnehmern stärken.

Gruppenspeisen an einem festlich gedeckten Tisch mit Kindern, frischem Obst und Getränken in Bechern.

Gemeinsame Mahlzeit im Jugendraum

Das Training findet an vier Tagen in der Woche in verschiedenen Gruppen statt. Im Rahmen dieser Trainingseinheiten erwerben Kinder und Jugendliche immer auch diverse soziale Kompetenzen, wie z.B. das Einhalten von Regeln, den Respekt sowie den fairen und freundschaftlichen Umgang untereinander.

Zurzeit betreut der Übungsleiter Samir Omar über das Jahr verteilt etwa 150 Kinder, Jugendliche und männliche junge Erwachsene. Dank seiner Professionalität, Offenheit und Empathie ist es gelungen, auch Kinder und Jugendliche mit psychischen, kognitiven bzw. motorischen Beeinträchtigungen in das Training zu integrieren.

Zusätzlich nehmen ca. 30 Mädchen an nur für sie konzipierten Kursen teil. Die Trainingseinheiten der Mädchen werden seit vielen Jahren von Asmaa El-Hamite Boudra (Übungsleiterin Trainer-C Breitensport mit dem Aufbaumodul Kinder und Jugendliche) und Zainab Boudra (Studentin der Psychologie und langjährige Projektteilnehmerin) geleitet. Durch ihr Engagement entstand im Lauf der Jahre eine stabile weibliche Jugendgruppe.

Gruppe von acht Personen lächelt vor einem Festzelt, umgeben von verschiedenen Kuchen auf einem roten Tisch.

Kuchenstand „der Dransdorfer“ beim SSF Festival

Seit vielen Jahren werden die Übungsleiter, die die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreuen, von Ilona Arian, einer sozialpädagogischen Fachkraft, unterstützt. Ziel dabei ist es, dass die Kursleiter regelmäßig einen direkten, geschulten Ansprechpartner für Probleme in den Übungsgruppen haben.

Neben der sozialpädagogischen Begleitung werden verschiedene Unternehmungen, wie gemeinsame Ausflüge oder Grillabende durchgeführt. Dabei lernen sich die Teilnehmer und die Übungsleiter auch Mal von einer anderen Seite kennen. Außerdem sind „die Dransdorfer“ seit vielen Jahren mit einem Kuchenstand beim SSF Festival vertreten.

Finanziert wird der Fitnesstreff durch Zuschüsse des Sterntaler Bonn e.V. und des Amts für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bonn, das auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Hierfür danken wir beiden Institutionen im Namen des Vereins und aller Teilnehmer und Teilnehmerinnen.