Sechs Tore, drei Punkte – und ein bitterer Wermutstropfen

- 28.09.2026
Die 1. Herren der SSF Dragons Bonn haben ihr Heimspiel gegen Blau-Weiß 96 Schenefeld mit 6:4 gewonnen. Nach einem schläfrigen Auftakt drehten die Bonner im zweiten Drittel auf und brachten den knappen Vorsprung im Sportpark Nord über die Zeit. Überschattet wurde der sportliche Erfolg am Sonntag jedoch von der schweren Schulterverletzung Lucas Grünewalds.
Im ersten Drittel fanden die Dragons kaum Zugriff auf die Partie. Der Auftritt wirkte schläfrig, im Spiel nach vorn fehlten Tempo und klare Abschlüsse. Schenefeld verteidigte aufmerksam und ließ nur wenig zu. Weil zugleich auch die Gäste offensiv ohne Ertrag blieben, ging es nach 20 torlosen Minuten mit einem 0:0 in die erste Pause.
Danach zeigte sich ein anderes Bild. Bonn spielte zielstrebiger, gewann mehr Zweikämpfe und setzte Schenefeld zunehmend unter Druck. In der 29. Minute brach Jan Zwak den Bann: Nach Vorlage von Mikael Kiukkonen traf er mit einem Handgelenkschuss aus halblinker Position in die kurze Ecke. Die Antwort der Gäste folgte nur 22 Sekunden später durch Christoph Goers. Doch die Dragons ließen sich davon nicht bremsen. Zwak schlug in der 31. Minute erneut zu – wieder von links, wieder präzise in den kurzen Winkel. Nur 52 Sekunden später vollendete Adrian Stein einen starken Querpass von Florian Weißkirchen am zweiten Pfosten zum 3:1.
Ruhe kehrte damit allerdings nicht ein. Direkt nach dem folgenden Bully zog Marius Schwartz entschlossen nach vorn und verkürzte nur drei Sekunden später auf 3:2. Erst kurz vor der zweiten Pause verschafften sich die Hausherren Luft. Weißkirchen fing einen Pass im Zentrum ab und bediente Lukas Kucera im hohen Slot. Der Tscheche umkurvte einen Verteidiger und schlenzte den Ball platziert in die lange Ecke. Gerade einmal 30 Sekunden später legten die Dragons nach: Nach einem Ballgewinn von Martin Sulc an der Mittellinie lief der Ball über Zwak zu Kiukkonen, der nur noch zum 5:2 einschieben musste.
Kurz vor dem Drittelende wurde das Sportliche jedoch zur Nebensache. Lucas Grünewald ging nach einem Zweikampf an der Bande zu Boden und hielt sich die Schulter. Für den Verteidiger war die Partie beendet. Die am Abend folgende Diagnose Schlüsselbeinbruch bedeutet, dass er den Dragons voraussichtlich länger fehlen wird.
Schenefeld kam mit viel Druck aus der Kabine. Christian Alexander Besch traf nach 1:41 Minuten des Schlussabschnitts zum 5:3, Julius Dittmer stellte gut vier Minuten später den Anschluss her. Plötzlich war aus einer komfortablen Führung ein offenes Spiel geworden. Doch als Georg-Martin Gahnz auf Schenefelder Seite eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, nutzten die Dragons die Überzahl: Weißkirchen steckte den Ball durch die Abwehr, Kiukkonen verwertete zum 6:4 und erzielte damit seinen zweiten Treffer des Nachmittags.
In der Schlussphase nahm Schenefeld den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler aus dem Spiel und warf noch einmal alles nach vorn. Bonn verteidigte den Vorsprung, und brachte das 6:4 schließlich über die Zeit. Gemessen am Spielverlauf war es ein knapper, phasenweise schmeichelhafter Erfolg – zugleich aber auch der Beleg dafür, dass die Dragons nach einem schwachen Beginn reagieren und in entscheidenden Momenten effizient sein können. So bleiben drei Punkte in Bonn – die Gedanken nach der Sirene gelten jedoch vor allem Lucas Grünewald und seiner Genesung.
Elias Rensing














